Betzavta

Anstehende Veranstaltungen

  1. Barcamp Gegenwart und Zukunft der Demokratie

    September 26, 9:00 - September 27, 18:00
  2. Barcamp Klimawandel

    November 21, 9:00 - November 22, 18:00
  3. Barcamp Demokratie-Training Bremen

    6. Feb. 2021, 10:00 - 7. Feb. 2021, 18:00
  4. Barcamp Digitalisierung der politischen Bildung

    15. Mai. 2021, 10:00 - 16. Mai. 2021, 18:00

Herausforderungen der Demokratie

Eine der zentralen Existenzfragen der heutigen Demokratie ist die wachsende kulturelle Ausdifferenzierung der Gesellschaft. Natürlich wurden schon immer Elemente anderer Kulturen, teilweise unmerklich in die eigene Kultur integriert, wodurch sich schon immer eine Vielfalt von Werte- und Verhaltensmustern ausbildete. Durch die Globalisierung und die gestiegene Mobilität der Menschen wurde dieser Prozess jedoch verstärkt und beschleunigt. Unabhängig davon, ob man dieser Entwicklung positiv oder negativ gegenüber steht, bleibt das Problem, dass jede Kultur und jede Gemeinschaft bestrebt ist, sich ihre Identität und eine gewisse Eigenart zu bewahren. Zugespitzt kann man also sagen, dass Kulturen sich einerseits gegenseitig bereichern können, andererseits aber auch im Wettbewerb um die universelle Gültigkeit ihrer Werte stehen.

Die Frage ist nun, wie wir mit diesen Konflikten umgehen.

Leider ist es häufig so, dass für viele Menschen der Zuwachs an Vielfalt nicht als Bereicherung, sondern als Verunsicherung und Entfremdung erlebt wird. Die Folgen sind Intoleranz, Abwehr und das Ausschließen von allem, was als fremd wahrgenommen wird.

Verschärft wird das Problem durch die Tatsache, dass die fortschreitende Pluralisierung der Gesellschaft gleichzeitig auf eine wachsende Individualisierung der Menschen und eine Erosion von Gemeinschaftsbildung trifft. In der Folge sind viele Menschen orientierungslos und ständig auf der Suche nach ihrer eigenen individuellen Identität und möglichen Gruppenzugehörigkeit. Für den Einzelnen sind Immer größere Anstrengungen nötig, um eigene, individuelle Lebensentwürfe zu kreieren und die Orientierung in der Fülle an Möglichkeiten zu behalten. Dadurch fällt es ihnen umso schwerer, sich auf das Andere und Fremde einzulassen.

Es sieht so aus, als ob die zunehmende Individualisierung der Lebensstile und Pluralität der Lebensformen eine wachsende Anzahl von Menschen überfordert.

Dazu gehört als wesentliche Grundlage die Anerkennung des prinzipiell gleichen Rechts aller Menschen auf Freiheit. Wann immer jeder von uns versucht, nach seinen eigenen Bedürfnissen, Werten und Normen frei zu leben, gerät er zwangsläufig in Konflikt mit anderen Menschen. Das klingt schlimm. Letztlich sind diese Konflikte aber nichts Schlimmes. Sie sind sogar eine Chance für jeden einzelnen, sich über sich selbst, seine Entscheidungen und Bedürfnisse bewusster zu werden. Indem mein Gegenüber meinem Weg einen anderen Weg entgegenstellt, komme ich nicht nur in die Situation, meinen Weg verteidigen zu müssen, ich bekomme auch die Chance ihn zu hinterfragen und Inspirationen für Andere, vielleicht für mich interessantere Wege zu bekommen, auf die ich nicht gekommen bin, die mir nicht eingefallen wären.

Entscheidend dafür ist aber die Art und Weise, wie mit diesen Konflikten umgegangen wird. Die Art und Weise, wie wir Konflikte austragen, ob wir Konflikte austragen, entscheidet über den demokratischen Charakter einer Gesellschaft.

Grundlegend dafür ist, dass Entscheidungen für einen Weg nicht mit der Ablehnung des anderen Weges verbunden sind. Egal wie weit zwei Positionen auseinander liegen, sollte es gelingen, sie als gleichberechtigt anzusehen und zu versuchen, eine gemeinsame Lösung zu finden, die das Maximum an Freiheit für alle ermöglicht.

Hiermit kommen wir wieder zu der Anerkennung des prinzipiellen Rechts aller auf Freiheit.

Das Konzept von “Miteinander” trainiert diese prinzipielle Anerkennung und gibt Werkzeug an die Hand, Konflikte mit einem neuen Blick zu betrachten, neue Konfliktlösungsstrategien zu entwickeln und löst damit die weitverbreitete Gewohnheit ab, das Prinzip der Gleichheit nur dann zu unterstützen, wenn damit die eigenen Bedürfnisse verfolgt werden können.