„Wider den Terrorismus“ von Arno Gruen ist so ein unglaublich gutes Buch. Ich habe es bestimmt schon vier mal gelesen und drei DinA-4 Seiten mit Zitaten raus geschrieben, die ich am liebsten hier alle aufschreiben würde.

Über die aus Selbstmitleid resultierende Verblendung dem Leid anderer gegenüber. Wir haben das ja alle schon mal erlebt, wie ungerecht, wie rücksichtslos wir sein können, wenn wir gerade im Selbstmitleid baden. Und wie wunderbar im Recht wir uns dabei auch noch fühlen.

Über den verhängnisvollen Zusammenhang zwischen Entwürdigung, wirtschaftlichem Elend und Gewalt. Wie Gewalt immer schon ein Teil unserer Zivilisation war, in der Menschlichkeit als Schwäche und die Erniedrigung und Ausbeutung anderer als Stärke gesehen wird. Was das mit den Schwächeren, die diese Erniedrigungen erleiden müssen, macht. Aber fast noch wichtiger, was das auch mit uns macht, sofern wir in der Position des Stärkeren sind.

Über die Ursachen von Terrorismus und Populismus. Wie wir unsere eigene Identität, unser eigenes Selbst retten müssen, wenn wir weiterhin in Demokratie und Freiheit leben wollen.

Dieses Buch ist so unglaublich voll mit Gedanken. Und es ermahnt, wie wichtig es ist, dass wir uns unserer eigenen Bedürfnisse wieder bewusst werden. Wir müssen uns wieder bewusst werden, was wir wirklich brauchen, für ein erfülltes Leben. Und Abstand nehmen von dem, was wir denken, was wir sollen und brauchen sollten. 

Arno Gruen: Wider den Terrorismus

2. Aufl. 2015, 88 Seiten, Klappenbroschur, mit einem Kapitel zu den Anschlägen in Frankreich
ISBN: 978-3-608-94900-1

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